"Die Mozaraber. Kulturelle Identität zwischen Orient und Okzident"

 

Beteiligte Teilprojekte:

Teilprojekt Mittellatein: Autorität und Identität in der mozarabischen Literatur
Betreuer: Prof. Dr. Michele C. Ferrari
Bearbeiter: Ulisse Cecini, Dr. Nina Pleuger

Teilprojekt Orientalistik
Betreuer: Prof. Dr. Hartmut Bobzin (Erlangen)
Bearbeiter: Daniel Potthast

Teilprojekt Mittelalterliche Geschichte
Betreuer: Prof. Dr. Klaus Herbers/ Dr. Matthias Maser (Erlangen)
Bearbeiter: Christian Saßenscheidt/Christofer Zwanzig

 

Vorstellung des Gesamtprojekts:

In interdisziplinärer Zusammenarbeit der Mittelalterlichen Geschichte, der Islamwissenschaften und arabischen Philologie sowie der Mittellateinischen Philologie nimmt das Projekt "Die Mozaraber. Kulturelle Identität zwischen Orient und Okzident" die kulturell-religiöse Gemeinschaft die als Mozaraber bezeichneten Christen auf der mittelalterlichen Iberischen Halbinsel in den Blick. In der bisherigen Forschung werden Mozaraber vornehmlich über ihren Minderheitenstatus im muslimisch dominierten al-Andalus und somit von Außen mittels ihrer religiösen, sozialen, rechtlichen, etc. Diskriminierung durch die muslimische Gesellschaft definiert. Demgegenüber betrachtet das beantragte Forschungsvorhaben die mozarabischen Gemeinschaften und ihr kulturelles Profil als eigenständige kulturelle Identitätsbildung: Die mozarabischen Gemeinschaften der Iberischen Halbinsel wahrten auch über ihre (Wieder-) Eingliederung in christliche Gesellschaftsstrukturen in Folge von Migration oder Reconquista hinaus spezifische kulturelle Eigenarten, die sie sowohl im islamischen wie im lateinisch-christlichen Umfeld zu einer distinkten Einheit machten. In drei eng vernetzten Detailstudien zu theologisch-geistesgeschichtlichen, literarisch-historiographischen und prosopographisch-institutionengeschichtlichen Aspekten des Mozarabismus in islamisch wie christlich geprägten Umgebungen auf der Iberischen Halbinsel fragt das Gesamtprojekt nach kulturellen Eigenheiten, die eine mozarabische Identität in den Augen ihrer Träger wie auch in der Fremdwahrnehmung durch Außenstehende konstituierten. Durch die Kombination dreier Perspektiven - der muslimischen und der lateinisch-christlichen Außensicht auf die Mozaraber sowie deren eigener Selbstwahrnehmung - werden Kriterien einer kulturwissenschaftlichen Definition des Phänomens erarbeitet, die - anders als rechts- und sozialgeschichtliche Zugriffe über den extern vorgegebenen Minderheitenstatus - in der Lage sind, die Persistenz des Mozarabismus auch im christlichen Umfeld zu erfassen.

 

 

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Letzte Änderung am 30. September 2008